Endlich ist es soweit! Bis auf ein paar kleine Restarbeiten ist unser Frühstückscafé fertig.

Zur Feier des Tages haben wir am Dienstag nach Ostern zum erst Mal alle gemeinsam dort gefrühstückt.

Ab Mittwoch (03.04.2018) bietet das Frühstückscafé, als zentraler Treffpunkt in der Halle, Kindern und Erziehern aus der gesamten Einrichtung die Möglichkeit gemeinsam zu frühstücken. Hier geht es nicht nur darum, satt zu werden.

Damit die Kinder über den Tag gleichmäßig mit Energie und Nährstoffen versorgt werden, ist nach dem ersten Frühstück zu Hause ein zweites Frühstück in der Kita wichtig, denn: nach dem „Fasten“ in der Nacht füllt das Frühstück die Energiespeicher auf und sorgt dafür, dass Muskeln und Gehirn auf „Empfang“ schalten.

Im Trubel des Alltags möchten wir, dass dieser Teil des Tags genug Zeit und Aufmerksamkeit bekommt, denn ein gutes Frühstück ist der beste Start in einen spannenden Kindertag. Wir wollen den Kindern eine gesunde und vielfältige Ernährungsweise in einer angenehmen Essensatmosphäre näher bringen. Dabei legen wir Wert darauf, dass die Kinder eine Frühstückssituation am gedeckten Tisch in angenehmer, ruhiger Atmosphäre und in kommunikativer Form vorfinden. Das Frühstück wird in einem festen Zeitrahmen angeboten und  findet in Buffetform statt, Dabei achten wir auf eine gesunde, abwechslungsreiche und ansprechende Auswahl. Die Kinder können tageweise wählen zwischen verschiedenen Brotsorten, Wurst und Käse, Marmelade oder Honig, Müsli, Quark und Yoghur… Dazu gibt es immer Rohkost und Obst.

Unser neues pädagogisch angeleitetet Angebot im Frühstückscafe`  wird in der Regel von Frau Nowak begleitet. Somit haben die Kinder einen festen Ansprechpartner.

Gerade das Kita-Frühstück vermittelt den Kindern wichtige Lernerfahrungen. Tischgespräche führen, satt werden, sich unterhalten und wohlfühlen, den eigenen Hunger einschätzen, im eigenen individuellen Tempo eine  Mahlzeit genießen, neue Lebensmittel kennenlernen und benennen können, Tischrituale einhalten, ….  – all das sind wichtige Bildungsprozesse, die die Kompetenzen der Kinder erweitern. Hier werden soziale Kontakte gefördert und Sprachanlässe geschaffen. Die Kinder bestimmen selbst, wann und mit wem sie frühstücken. Sie kommen als Gemeinschaft zusammen, lernen, welche Regeln hilfreich sind für eine angenehme Essensituation. Sie lernen andere Kinder um etwas zu bitten oder etwas weiterzureichen, Beziehungen und Bindungen zu vertieft.  Beim Getränke eingießen wird die Auge- Handkoordination gefördert, durch die selbstständige Handhabung von Besteck wird die Feinmotorik geübt, durch das Bereitstellen verschiedener Getränke und Lebensmittel können die Kinder neue Geschmackserfahrungen machen, beim Tischdecken – verteilen von Besteck und Geschirr wird das mathematische Mengenverständnis entwickelt….

Die Kinder bereiten selbständig ihr Brot zu, sie wählen aus und müssen sich entscheiden, gießen sich selbstständig ihr Getränk ein. Sie versuchen selbst z.B. die Butter zu streichen, sie lernen Hunger und gewählte Menge aufeinander abzustimmen. Jüngeren Kindern wird dabei selbstverständlich Hilfestellung gegeben. Aber auch hier wird schon die Selbstständigkeit angeregt:

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht  brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“ Maria Montessori

Beim Frühstück lernen sich Kinder aus allen Gruppen näher kennen. So können hier beispielsweise Verabredungen getroffen werden, um nach dem Frühstück gemeinsam zu spielen. Durch diese Möglichkeit haben die Kinder mehr Freiräume im Tagesablauf. Sie lernen andere Kinder, Mitarbeiterinnen und Räumlichkeiten näher kennen. Interessant für die Kinder: Sie bekommen ein hohes Maß an Freiheit und können so einen großen Schritt in Richtung Selbständigkeit und individueller Entwicklung tun.

Kinder sind selbstbestimmt, eigenaktiv und selbsttätig. Dieses Bild vom Kind hört beim Essen nicht auf. Wir vertrauen auch beim Thema Essen auf jedes einzelne Kind und seine Fähigkeiten und geben notwendige Unterstützung!

Das Frühstückscafe` ist auch ein Aufbruch zu neuen Ufern! Wir verändern etwas und öffnen uns. Das Entscheidende beim Frühstückscafe`: die Kinder werden weniger gestört: kein attraktives Spiel am Nachbartisch lenkte sie ab.  Es gibt mehr Ordnung und Gemütlichkeit beim Frühstück. Durch die Auslagerung der Frühstücksecken aus den Gruppenräumen können der freigewordene Raum und die Zeit  pädagogisch sinnvoll neu/anders genutzt werden…

Bei unserer Arbeit in der Kita erleben wir, dass das Thema Essen  eine sehr emotionale Sache ist und für Ängste, Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten sorgt. Uns ist klar: Eltern wollen ihre Kinder gut versorgt wissen. Auch uns ist dieses sehr wichtig. Wir möchten, dass sich ihre Kinder bei uns angenommen und wohl fühlen!